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Wendepunkt für die chemische Industrie: EY-Studie zeigt aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze für die Schlüsselbranche

30.07.2026

Eine neue EY-Studie im Auftrag des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) unterstreicht die zentrale Bedeutung der chemischen Industrie für den Wirtschaftsstandort Österreich. Die Branche erwirtschaftet jährlich 5,7 Milliarden Euro Wertschöpfung, sichert rund 51.008 Arbeitsplätze und liefert Vorprodukte für 96 Prozent aller in der Europäischen Union hergestellten Waren. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass diese Schlüsselrolle nur mit wettbewerbsfähigen Standortbedingungen langfristig erhalten werden kann.

Die wichtigsten Ergebnisse

Die Befragung der Unternehmen zeigt, dass hohe Energiepreise, steigende Arbeitskosten, langwierige Genehmigungsverfahren sowie regulatorische Unsicherheit und zunehmende Komplexität zu den größten Herausforderungen zählen. Gleichzeitig wird Österreich im internationalen Vergleich – insbesondere gegenüber den USA und Asien, aber auch innerhalb Europas – als zunehmend weniger wettbewerbsfähig wahrgenommen.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Investitionsentscheidungen wider. Zwar plant rund drei Viertel der Unternehmen weiterhin Investitionen in Österreich, gleichzeitig gehen die geplanten Investitionsausgaben insbesondere in der Herstellung chemischer und pharmazeutischer Erzeugnisse zurück. Unternehmen, die neue Kapazitäten bevorzugt im Ausland aufbauen möchten, nennen vor allem niedrigere Arbeitskosten, schnellere Genehmigungsverfahren und attraktivere wirtschaftliche Rahmenbedingungen als ausschlaggebende Faktoren.

„Chemische Produktion funktioniert nicht isoliert. Ganze Wertschöpfungsnetzwerke greifen ineinander. Geht ein Teil dieser Produktion verloren, geraten auch viele andere Unternehmen ins Wanken. Deshalb geht es um weit mehr als einzelne Betriebe, es geht um die Zukunft des Industriestandorts Österreich“, betont FCIO-Obmann Ulrich Wieltsch.

Die Studie identifiziert mehrere zentrale Handlungsfelder: international wettbewerbsfähige Energiepreise, schnellere Genehmigungsverfahren, einen spürbaren Abbau bürokratischer Belastungen, eine aktive europäische Handelspolitik, einen praxistauglichen Emissionshandel sowie die konsequente Umsetzung der Omnibus-Pakete zur Entlastung der Industrie. Darüber hinaus wird auf den Chemicals Industry Action Plan und die Critical Chemicals Alliance der Europäischen Union verwiesen, deren strategische Ziele auch in Österreich stärker berücksichtigt werden sollten.

„Wir brauchen einen Schulterschluss, um der Deindustrialisierung entgegenzuwirken. Die notwendigen Maßnahmen müssen jetzt umgesetzt werden, in drei bis fünf Jahren ist der Abwanderungstrend nicht mehr umkehrbar“, appelliert Ulrich Wieltsch.

Kontakt

FCIO – Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs
Johanna Reber, MA
Telefon: 05909003372
E-Mail: reber@fcio.at