PHARMIG: Wirtschaftliche Unsicherheit bei Pharmafirmen wächst
PHARMA-Branchenbarometer zeigt zunehmende Unsicherheit bei Unternehmen und wachsende Sorgen um Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Erstattungspolitik.
Das aktuelle PHARMA-Branchenbarometer der PHARMIG zeigt, dass pharmazeutische Unternehmen die wirtschaftliche Entwicklung ihres Unternehmens sowie die Zukunftsaussichten deutlich kritischer einschätzen als in den Vorjahren. Während die allgemeinen Standortbedingungen für die Branche weiterhin überwiegend als durchschnittlich bewertet werden, nehmen die Sorgen hinsichtlich Wettbewerbsfähigkeit, Preis- und Erstattungspolitik sowie Investitionsbedingungen zu.
58 Prozent der befragten Unternehmen bewerten die generellen Rahmenbedingungen in Österreich als „befriedigend“, weitere 25 Prozent als „zufriedenstellend“. 17 Prozent sehen die Rahmenbedingungen hingegen als nicht zufriedenstellend an. Im Vergleich zu den Vorjahren ergibt sich damit ein leicht positiver Trend bei der allgemeinen Standortbewertung.
Deutlich negativer fällt jedoch die Einschätzung der eigenen wirtschaftlichen Lage aus. Während 2024 noch 58 Prozent und 2025 noch 52 Prozent ihre Situation als gut bezeichneten, waren es 2026 nur noch 44 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil jener Unternehmen, die ihre wirtschaftliche Lage als schlecht bewerten, von zwei Prozent im Jahr 2024 auf sechs Prozent im Jahr 2026.
Besonders pessimistisch blicken die Unternehmen auf die kommenden sechs Monate. 40 Prozent erwarten eine ungünstige Entwicklung ihres Unternehmens – nahezu doppelt so viele wie in den beiden Vorjahren. Gleichzeitig halbierte sich der Anteil jener, die von einer positiven Entwicklung ausgehen, auf nur noch vier Prozent.
Ein weiterer Schwerpunkt der Befragung war die sogenannte „Most-Favored-Nation“-Politik (MFN) der USA. Die Unternehmen erwarten dadurch weitreichende Auswirkungen auf den österreichischen Pharmastandort. 87 Prozent rechnen mit einem verzögerten Zugang zu neuen Therapien für Patientinnen und Patienten, 69 Prozent erwarten weniger innovative Medikamenteneinführungen und 65 Prozent einen Rückgang der Investitionen in Österreich. Zudem befürchten 91 Prozent längere Erstattungs- und Finanzierungsprozesse für Medikamente.
Nach Einschätzung der PHARMIG unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung einer langfristigen Strategie zur Stärkung des Pharmastandorts Österreich. Gefordert werden innovationsfreundliche Rahmenbedingungen, neue Finanzierungsmodelle sowie eine rasche Umsetzung einer nationalen Life-Sciences-Strategie, um Wettbewerbsfähigkeit, Forschung und Versorgung nachhaltig zu sichern.
Kontakt
PHARMIG – Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs
Peter Richter, BA MA MBA
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